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They’re taking the Hobbit to Erebor

Allgemeinhin dürfte bekannt sein: Heute nun kommt Der Hobbit – Eine unerwartete Reise offiziell in die Lichtspielhäuser. Bis dahin war es ein langer Weg, wenn nicht gar eine ebensolche Reise… Anfangs ging um die Filmrechte, dann um den Regiesseur und irgendwann, ja irgendwann kam eine Meldung, mit der ich nicht mehr wirklich gerechnet habe: Es wurde begonnen das Drehbuch zu schreiben. Ich will hier nicht ansatzweise ausbreiten, was sich seit 1995 bezüglich des Filmprojekts zugetragen hat. Außerdem hat Cirdan von HDRF eh ein Buch dazu veröffentlicht.

Kurz vor 19:30 Uhr standen zehn Menschen vor der Schauburg in Leipzig, die in Kürze zur einzigen Vorstellung des Abends öffnen wird: Die Preview des ersten Hobbit-Teils. Selbstredend hatten wir schon den ein oder anderen Trailer gesehen, (gefachsimpelt, ob der Igel nun von Radagast gequält oder verarztet wird) und die Nachrichten rundherum aufgesogen, die die Medien durchstreiften (und das waren viele!) Pünktlich öffnete sich also der Vorhang und nach einem erfrischend kurzen Werbeblock begann am 12.12.2012 um 20:12 Uhr das Spiel.

Zu Beginn verwandelte sich das Warner Bros.-Logo in jenes von New Line Cinema – ein Nachruf an die Produktionsfirma, die uns den Herrn der Ringe realfilmisch ermöglichte. Daraufhin bleibt man im Wald der Erinnerugnen und berichtet von der großen Zeit des Zwergenreiches Erebor und wie es vom Feuerdrachen Smaug eingenommen wurde. Dann springen wir ins Auenland und sehen Bilbo (hier noch gespielt von Ian Holm), der in Beutelsend am Tage seines einhundertelfzigsten Geburtstags in den letzten Vorbereitungen für seinen Aufbruch nach Imladris steckt und sich dabei ebenfalls an seine alten Tage zurückerinnert. Es folgt ein kurzer Gastauftritt Frodos, der sich gerade anschickt, Gandalfs Ankunft im Auenland abzupassen. Daraufhin setzt sich Bilbo auf die Bank vor seiner Höhle, zieht an seiner Pfeiffe und lässt einen Rauchring aufsteigen. Dieser fungiert als Zeitbrücke, denn nun sind wir 60 Jahre früher an gleicher Stelle und ein auf der Bank sitzender Bilbo (nun gespielt von Martin Freeman) bekommt unerwartet Besuch von eben jenem Zauberer.

Zuvor wurden wir schon darauf vorbereitet, dass Bilbo zu Zeiten seines großen Abenteuers anders aussah als zu seinem 111. Geburtstag – obwohl er doch dank des Ringes um keinen Tag gealter war. Aber gut, darüber schauen wir mal hinweg. Es wurde bemängelt, dass sich die nachfolgenden Szenen zu sehr streckten, was ich jedoch nicht so empfand. Sicherlich wurde die Ankunft der Zwerge ausgeschmückt, aber nicht unbedingt in die Länge gezogen. Eher unstimmig war, dass sich der Zwergenhaufen erst so benahm, als sei er aus den Disneystudios ausgebrochen. Erst als sie das Abendessen beendet und das Geschirr gespühlt hatten, wurden sie vernünftig. Ob dieser Sinneswandel mit Sättigung oder dem verspäteten Auftauchen von Thorin Eichenschild zu tun hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Auch später waren die Zwerge nie wieder so ungebändigt.

Einen großartigen Auftritt hatte hingegen Radagast, der braune Zauberer. Verwilderter konnte man sich einen solch irrwitzigen Naturburschen nicht vorstellen. Der Vogelkot, der ihm übers Gesicht rann – da er unter seinem Zaubererhut Botenvögel mit sich herumträgt – war nur eine der liebenswerten Details. Ein ebensolches war auch seine Hütte, die windschief um einen Baum gebaut war und in der er den oben erwähnten Igel wiederbelebte. (Juhubel, ich hatte Recht.) Diese Charaktereinführung wurde gleich genutzt, um die Veränderungen im Grünwald zu illustrieren. (Irgendwie mag ich diese Spinnen. Besonders als sie wieder davonzogen hatten sie etwas Erhabenes.)

Nicht so stimmig waren aber einige Abenteuer der Gefährten. Im Buch beschreibt Tolkien, wie Bilbo jenseits des Tales Steinriesen sah, die sich zum Spaß Felsblöcke zuschleuderten. Im Film geraten die Wanderer mitten in den Kampf hinein. Nicht nur mir kamen die Bilder sehr bekannt vor. Musste sich hier die Gemeinschaft vor herabstürzenden Felsen in Acht nehmen, mussten die Ringgefährten Schneebrocken ausweichen. Auch die Relationen waren etwas ungewöhnlich. Hatte man doch vor ein paar Wargen Furcht, die es auf das Zwergenpack abgesehen hatten, so kämpfte man später gegen ein riesiges Orkheer. Nur weil Gandalf »Kämpft!« schreit. Dass dieser Kampf dann zufälliger als zufällig von statten geht, verbreitete etwas Unmut. (Die Zwerge hatten eine Leiter, mit der sie Orks zurückdrängten, welche wiederum von einer durchbrochenen Brücke fielen. Dass diese Leiter milimetergenau die Kluft der beiden Brückenenden verband und die Zwerge in einem Affenzahn darüberrannten, ohne dabei auch nur einmal daneben in ein Leiterloch treten, war dann doch eine Spur zu derb. Ganz zu schweigen von dem Brückenaufbau der hunderte von Metern tief fiel, ohne dabei großartig kaputt zu gehen…)

Unterdessen rätselten Bilbo und Gollum. Dorthin gelangte Bilbo, als er mit einem Ork kämpfte und mit ihm eine Klippe hinabstürzte. Es scheint ein Wunder, dass Bilbo diesen Sturz überlebte, aber gut, auch das Ork musste ja anschließend durch Gollum kaltgemacht werden. Dabei sang Gollum ein neues Lied in bester Auf-den-Tisch-kommt-heut-ein-Fisch-Manier. (Freude!) Die Rätsl in der Finsternis war eine gute Abwechslung zum Orkschlachten. Allein die Darstellung Gollums war grandios. Man bemerkte sofort, dass er noch nicht so verbittert und hasserfüllt war, wie wir ihn aus den Herrn der Ringe kennen. Seine Augen waren noch groß und gütig, wenn auch seine Schimpfereien schon ausgefeilt waren. Auch als Bilbo schließlich Gollums Höhle verließ, wurde verdeutlicht, dass der Ring noch nicht recht schwach war. Natürlich war Bilbo unsichtbar und ein Teil der Geisterwelt, aber seine Umgebung war noch lange nicht so verzerrt und verfinstert, wie Frodo es erlebte. Gut, sind ja auch 77 Jahre hin…

Es gibt also genügend Gesprächsstoff über die Umsetzung der Handlungsebenen und die daraus resultierenden Schlachten. Unterstützend zur Seite stand der grandiose Soundtrack von Howard Shore. Wie bereits im ersten Trailer angedeutet, wurden Leitthemen aus dem Herrn der Ringe übernommen, was eine „Rückkehr nach Mittelerde“ deutlich vereinfacht. Und zwischen den bekannten Weisen erhebt sich immer wieder die großartige Melodie der Hobbit-Trilogie. Der Soundtrack kommt auf jedenfall auf meinen musikalischen Wunschzettel fürs nächste Jahr. Vielleicht beglückt uns ja wieder eine Komplettfassung, so wie bereits bei beim Herrn der Ringe geschehen. Ich würde sagen, die Chancen stehen gut.

Ob nun die 48 Frames pro Sekunde nativ in stereoskopisch gedrehtem 2D besser sind als der (Noch-) Kinostandard von 24 Einzelbildern, kann ich nicht beurteilen. Wir entschieden uns ganz bewusst für ein kleines Kino, welches eine traditionelle 2D-Aufführung durchführte. Dass beim „Halbieren“ der Bildrate Fehler passieren, dürfte klar sein. So gab es ganz am Anfang bei einer Fahrt über eine Mittelerdekarte einen unglaublichen Shutter-Effekt. Auch später rucktelte das Bild gelegentlich, aber nicht mehr so plakativ, wie beim Kartenüberflug. Außerdem gab es den ein oder anderem Umschnitt, an dem für ein bis zwei Frames mal die Hälfte des Bildes weg war. Ob das wiederum kinotechnisch bedingt war, entzieht sich meiner Kenntnis. Enttäuscht war ich jedoch von der Matschigkeit des Bildes. Keine einzige Schärfe konnte ich im Bild erkennen, ein gefühlt riesiger Weichzeichner lag über der Leinwand. Besonders Bruchtal, was im Herrn der Ringe so plastisch daherkommt, fiel hier negativ auf. Wie gesagt, ich kann (noch) nicht beurteilen, ob „nur“ 2D daran Schuld ist oder ob dies auf den Verzicht von Miniaturen zurückzuführen ist. Eine Klärung wird wohl erst durch einen 3D-Besuch oder das Durchsehen des Bonusmaterials der Special Extended Edition nächstes Jahr bringen…

Als bekannt wurde, dass Peter Jackson den Film dem Herrn der Ringe ähnlich gestalten wolle, war klar, dass dass sich die Verfilmung vom Buch absetzen würde. Dies wiederum ist aber auch einleuchtend, da Der (kleine) Hobbit ja schließlich ein Kinderbuch ist und dies nicht direkt massentauglich umgesetzt werden kann. Letzteres ist bei einer solchen Produktion aber dringend notwendig: Das Schicksal von New Line Cinema hing damals vom Erfolg des Herrn der Ringe ab, der Hobbit hing aus finanziellen Gründen lange am seidenen Faden. Da geht es nur in die eine Richtung – zumal der Film von einem Major Label finanziert wurde, was Experimente nur geringfügig zulässt. Es ist klar: Ein Buch kann nie 1:1 umgesetzt werden, dafür unterscheiden sich beide Medien zu sehr von einander. Am Ende steht immer der (hoffentlich bestmögliche) Kompromiss aller bedürftigen Elemente: Angefangen bei der Dramaturgie und den technischen Möglichkeiten bis hin zur Erwartungshaltung des Publikums. Ob diese Komponenten aber über alle drei Filme hinweg zusammenspielen werden, muss abgewartet werden. Noch bin ich skeptisch, dass der Stoff, den sich das Team um Peter Jackson erdacht hat, für ein dritter Film ausreicht. Es steht also in den Sternen, wie sich die unerwartete Reise fortsetzt. Aber, das liegt ja in der Sache selbst.

 

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In die Ecke, Besen! Besen! Seid’s gewesen.

Daniel Radcliffe konnte es auf der Filmpremiere gar nicht fassen, dass es nun soweit ist: Der letzte Teil Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 kommt morgen in die Kinos, weitere Dreharbeiten gibt es nicht und das Abenteuer Zauberlehrling ist in der Form beendet…

Zu meiner Schreiberlingschande muss ich gestehen, dass ich nur die ersten vier Filme gesehen hatte, jedoch die Bücher mehrfach verschlang. Nach dem vierten Film reizten mich die Filme einach nicht mehr. Zeit dies zu ändern war heute Nacht: Mit Gleichgesinnten traf man sich also im Kino, um den achten und letzten Potter-Film zu sehen. Kurz vor Beginn gab es noch eine kleine Verlosung an Fans, die verkleidet (oder zumindest beschalt) ins Kino kamen. Als Preise dienten ein Hexenbesen, ein HP7.2-Poster und Klebetattoos. Nachdem das Applausometer die drei Gewinner festlegte, stieg die Spannung. Snape bricht in Dumbledors Grab ein, Harry blickt auf Dobbys Grab an der Küste – der Film begann…

Ich war ja etwas skeptisch, da man die Tradition aufbrach und im Gegensatz zu den anderen Filmen den Letzten als 3D-Variante herausbrachte. Da ich seit Alice im Wunderland meinen Glauben an die Technologie verloren hatte, war ich auch aus dieser Hinsicht auf den Film gespannt. Und wahrhaftig, es gab wesentlich schärfere Aufnahmen, doch man kommt (noch) nicht an die Schäfe von 2D-Filmen ran. Effektmäßig wurde mächtig in die Entwicklerkiste gefriffen, dramaturgisch hat der Film weniger zu bieten, denn er begann und plätscherte einfach so dahin. Erst als Harry in das Denkarium blickte, fesselte er mich und ich war erstmals ernsthaft interessiert, wie die Sache weiterging. Ich möchte keinesfalls zuviel über den Inhalt verraten, da es ja noch immer Leute geben soll, die den Inhalt nicht kennen und ein Spoiler meinerseits wäre doch mies.

Alles in allem kann man den Film definitv anschauen, auch wenn er nicht die Spannung erzeugt, die man sich wünscht. Auch Muggel, die das Ende noch nicht kannten, fanden ihn wenig überraschend, zumal es wieder ein paar Actionfilmsequenzen gab, die aber recht schnell ohne viel Action aufgelöst wurden. Dafür hatte er aber einen andren Effekt: Nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen aus der Kinogruppe, hegte sich wieder der Wunsch, mal wieder alle Bände durchzulesen und sich an die Zeit zurückzuerinnern, in der man nachts halb fünf aus dem Trimagischen Turnier auftauchte, wo man doch eigentlich in 2 Stunden wieder aufstehen und zur Muggelschule musste. Sprich an die gute Zeit, die man mit dem Zauberlehrling hatte. Auf dass er wieder den Nimbus 2000 zur Hand nehme und Howarts und die (Zauberer-) Welt vor dem, dessen Namen ich an dieser Stelle dann doch mal nicht nennen möchte, mit seinen treuen Freunden zu retten.

 

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